Lesen unter Hitler

 

Christian Adam

"Lesen unter Hitler"

Autoren, Bestseller, Leser im Dritten Reich

Verlag Galiani Berlin
384 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, mit zahlreichen Abbildungen
Euro 19,95 (D) / sFr 30,50 / Euro 20,60 (A)

ISBN 978-3-86971-027-3




 

Auch lieferbar als Taschenbuch in der Schwarzen Reihe bei S. Fischer:

 

 

 

 

 

Was die Deutschen wirklich lasen

Christian Adam wirft erstmals einen Blick auf ein vergessenes Kapitel deutscher Mentalitätsgeschichte.

Dass sich die Deutschen Mein Kampf millionenfach in die Bücherregale stellten, dass ein Band wie "Darüber lache ich noch heute. Soldaten erzählen heitere Geschichten" mehr als zwei Millionen Mal über den Ladentisch ging, das erwartet man für diese Zeit. Doch wer hätte gedacht, dass – wer wollte – in den Dreißigern noch Huxleys "Brave New World" lesen konnte, Werner Bergengruens durchaus kritisches Buch "Der Großtyrann" und "Das Gericht" häufig gekauft wurde, dass aus gerechnet "Wind, Sand und Sterne" von Antoine de Saint-Exupéry, der sich als Pilot aktiv am Kampf gegen die Nazis beteiligte, während des Kriegs ein großer Erfolg in Deutschland war und mitnichten verboten? Dass die in der DDR so beliebten "Heiden von Kummerow" von Ehm Welk unter der Nazi-Diktatur entstanden und zum Bestseller wurden? Dass Lichtenberg, Rilke, Goethe und selbst Ernst Jünger massenhaft gelesen wurden.

Die Buchbranche boomte, trotz der Vertreibung unzähliger Autoren, trotz brennender Bücher und Verbotslisten, gerade im Krieg. Zahlreiche Autoren erreichten mit ihren Werken riesige Auf lagen. Die meisten sind – zu Recht – heute vergessen. Viele aber waren auch in den fünfziger Jahren noch Publikumslieblinge. Manche liest man noch heute.

Christian Adam untersucht, wie Bücher unter den Nazis entstanden und wie sie sich – manchmal auch gegen den Willen der Machthaber – zu Bestsellern entwickelten, und welche Bücher wirklich gelesen wurden. Er stellt die politischen Institutionen und Protagonisten vor, die um die Oberhoheit über die Bücher rangen – kurz: er schreibt die Geschichte der Bestseller in der düstersten Epoche der deutschen Vergangenheit, und öffnet damit einen neuen Blickwinkel auf die Mentalität der Deutschen zwischen 1933 und 1945.

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